
Innenraumaufbereitung Schritt für Schritt: So läuft eine gründliche Reinigung ab
Eine gründliche Innenraumaufbereitung folgt einer festen Reihenfolge. Wir zeigen jeden Schritt, erklären warum er dort steht und wo auch Profis an Grenzen stoßen.

Innenraum
Ein Riss in der Sitzwange, Abrieb auf dem Fahrersitz, ein Kratzer in der Türverkleidung, der Brandfleck im Polster: Für solche Schäden muss nichts ausgetauscht werden. Leder lässt sich schließen und nachfärben, Kunststoff lässt sich strukturieren, Polster lassen sich retten.
statt Sitz oder Verkleidung tauschen
nach Muster vom Fahrzeug
Hinweise, damit es hält
Das Leder in den meisten Autos ist pigmentiert, also mit einer farbigen Deckschicht versehen. Genau diese Schicht nutzt sich ab: an der Sitzwange, wo man jeden Tag ein- und aussteigt, am Lenkrad, an der Mittelarmlehne. Darunter kommt das helle Rohleder zum Vorschein, Risse entstehen, die Fläche wirkt stumpf und speckig. Weil die Deckschicht aufgetragen wurde, kann sie auch wieder aufgetragen werden. Wir reinigen die Fläche gründlich, füllen Risse und Abrieb mit Flüssigleder, bilden die Narbung nach und färben in dünnen Schichten mit einer Farbe, die wir nach einem Muster vom Fahrzeug anmischen. Eine Versiegelung darüber schützt die Reparatur. Diese Arbeiten waren Teil der Aufbereitungsausbildung von Mohammad Reza Shojaei bei BlechWunder in Hamburg.
Abrieb an der Sitzwange ist der häufigste Fall. Die Farbe ist weg, das Leder darunter noch intakt. Reinigen, leicht anschleifen, füllen, färben, versiegeln, fertig. Risse werden von hinten unterfüttert, wenn nötig, dann mit Flüssigleder geschlossen und narbenseitig nachgebildet. Brandlöcher von Zigaretten lassen sich in Leder gut schließen, in Stoffpolstern mit Fasern aus einem verdeckten Bereich auffüllen. Verfärbungen durch Jeans auf hellem Leder bekommt man mit den richtigen Reinigern meist komplett heraus, ohne nachzufärben. Kratzer in Kunststoffen, etwa an der Türverkleidung oder am Armaturenbrett, werden verfüllt, geschliffen, mit einem Strukturlack neu genarbt und im passenden Farbton lackiert. Speckige Lenkräder werden entfettet, angeschliffen und neu beschichtet.
Leder, das großflächig ausgetrocknet und brüchig ist, lässt sich stellenweise retten, aber nicht dauerhaft wiederherstellen; irgendwann reißt es neben der Reparatur. Sitze, bei denen der Schaumstoff darunter zusammengefallen ist, sehen auch mit neuer Oberfläche nicht gut aus und brauchen einen Sattler. An den Nähten, hinter denen ein Seitenairbag sitzt, arbeiten wir aus Sicherheitsgründen nicht. Und Alcantara und Mikrofaser sind ein eigenes Thema: reinigen und auffrischen ja, Löcher schließen nur eingeschränkt. Wir prüfen den Sitz vorher und sagen Ihnen, was realistisch ist.
Neben Leder und Kunststoff kümmern wir uns um alles, was im Innenraum Flecken und Gerüche annimmt. Stoffsitze und Teppiche werden mit einem Nasssauger extrahiert, der Reiniger einbringt und mit dem Schmutz wieder herausholt. Alte Kaffeeflecken, Schokolade, Kindersitzabdrücke: Das meiste geht. Der Dachhimmel wird vorsichtig gereinigt, weil der Kleber darunter empfindlich ist. Gerüche bekämpfen wir an der Quelle und ergänzen bei Bedarf eine Ozonbehandlung. Mehr dazu auf der Seite zur Fahrzeugaufbereitung.
Vor der Leasingrückgabe, weil Risse im Leder und Kratzer in Verkleidungen in den Schadenkatalogen der Leasinggeber als Mangel gelten und mit Pauschalen berechnet werden, die meist deutlich über der Reparatur liegen. Vor dem Verkauf, weil ein gepflegter Innenraum Vertrauen schafft. Und für das eigene Auto, weil man jeden Tag darin sitzt. Schicken Sie uns ein Foto der Stelle bei Tageslicht, wir sagen Ihnen, ob und wie es geht.


Großflächig brüchiges, ausgetrocknetes Leder oder Sitze mit defekter Polsterung darunter lassen sich nicht dauerhaft reparieren. Bei Sitzen mit Seitenairbag arbeiten wir nicht an den Airbag-Nähten.
Ablauf
Welche Lederart, welche Beschichtung, wie tief geht der Schaden? Daraus folgt die Methode.
Gründliche Reinigung der Fläche, Entfernung alter Pflegemittel, damit Füller und Farbe haften.
Risse unterfüttern und schließen, Abrieb mit Flüssigleder aufbauen, Narbung nachbilden, Kunststoffkratzer verfüllen und strukturieren.
Farbe nach Muster anmischen, in dünnen Schichten auftragen, mit Lederversiegelung schützen. Übergabe mit Pflegehinweisen.
Häufige Fragen
Bei intaktem Untergrund und richtiger Pflege ja, auch an beanspruchten Stellen wie der Sitzwange. Entscheidend sind gründliche Reinigung vor der Reparatur, dünne Farbschichten und eine abschließende Versiegelung. Mit einem pH-neutralen Lederreiniger und gelegentlicher Pflege bleibt die Stelle viele Jahre unauffällig.
Wir mischen die Farbe nach einem Muster direkt vom Fahrzeug an, zum Beispiel von einer verdeckten Stelle unter dem Sitz, und vergleichen bei Tageslicht. Bei gleichmäßig gealtertem Leder ist der Ton anschließend nicht zu unterscheiden. Bei stark ausgeblichenen Sitzen färben wir die ganze Fläche, damit kein Fleck entsteht.
Kunstleder lässt sich ähnlich wie pigmentiertes Leder füllen und nachfärben, solange die Trägerschicht nicht gerissen ist. Alcantara und Mikrofaser reinigen und frischen wir auf; Löcher oder Risse darin lassen sich nur begrenzt schließen. Wir sagen Ihnen nach einem Foto, was möglich ist.
Vertiefung

Eine gründliche Innenraumaufbereitung folgt einer festen Reihenfolge. Wir zeigen jeden Schritt, erklären warum er dort steht und wo auch Profis an Grenzen stoßen.

Fahrzeugaufbereitung ist mehr als eine gründliche Wäsche, aber weniger als eine Reparatur. Was dazugehört, was nicht – und was Sie realistisch erwarten dürfen.
Weitere Leistungen
Gründliche Innen- und Außenreinigung, Lackreinigung und Schutz – für Verkauf, Leasingrückgabe oder den eigenen Anspruch.
Mehr erfahrenMaschinelle Politur gegen Waschkratzer, Hologramme und Mattstellen – mit Schichtdickenmessung, in ein bis drei Stufen.
Mehr erfahrenKeramik, Polymer oder Wachs: Schutz, der zum Fahrzeug und zur Pflege passt. Mit Vorbereitung durch Politur und klaren Pflegehinweisen.
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